Zurueck von unserem Europatrip im Mai nun wieder in Nanjing erwartete uns der Sommer mit Hitze bis zu 43 Grad und hoher Luftfeuchte dank der Monsunregen, die hier gerne mal die ein oder andere Strasse unter Wasser setzen. Dafuer sind nun auch hier Sommerferien und damit sind auch die meisten Auslaender verschwunden. Wer wegen der globalen Krise nicht schon vorher gefeuert wurde, ist jetzt zum Ende des Schuljahres mit Familie gegangen und die restlichen Gluecklichen (mit Job) sind im Urlaub daheim oder in Bali am Strand.
Die Chance haben wir genutzt und waren vor 2 Wochen unterwegs auf einem Wochenendausflug in die Stadt des Phoenix, nach Fenghuang in der Provinz Hunan - geh mal im Internet auf: http://german.cri.cn/21/2005/02/01/1@24337.htm

Der Ausflug war sehr spannend. Wir sind am Donnerstagabend in die naechst gelegene groessere Stadt geflogen, sind dort mit dem Taxi fuer 3 RMB = 30 Cent zum Hotel gefahren und am naechsten Morgen mit dem Ueberlandbus in 5 Stunden durch Reisfelder und an im Fluss badenden Wasserbueffeln vobei mit schreienden Kindern vom Ruecken ins Wasser springend, nach Fenghuang. Es war fast unertraeglich heiss, ueber 40 Grad und wir waren tropfnass geschwitzt. In Fenghuang haben wir im besten hotel eingecheckt, ein haesslicher Betonklotz aber mit sehr schoenen grossen Zimmern und beeindruckendem Blick ueber das Flusstal. Am Freitagnachmittag und Samstag sind wir runter in die Altstadt und durch die alten Gassen gelaufen und im Fluss die Füße im Wasser gekuehlt, waehrend um uns rum Kinder mit Schwimmfluegelchen ihre ersten Schwimmversuche gemacht haben, Frauen im Fluss ihre Haare, Gemuese und Wischmops gewaschen haben, waehrend alte Maenner mit Cigarette im Mund am Ufer
geangelt haben. Die Stadt ist eins der beruehmtesten chinesischen Touristenziele, deshalb waren wir von Tausenden von chinesischen Urlaubern umgeben, ueberall hatten sich Han-chinesische Maedchen die klassischen Kleider und den Kopfschmuck der Miao-Minderheiten ausgeliehen, um von sich romantische Photos am Flussufer machen zu lassen. Die besondere lokale Koestlichkeit der Gegend ist Raeucherfleisch und so haben wir in einer Schlachterei am Markt Gestaenge mit Dutzenden von gehaeuteten und geraeucherten, ganzen Hunden, Fuechsen und Schweinen begutachten koennen. Besonders speziell waren die geraeucherten Schweinegesichter, die vom Knochen abgeloest und plattgeklopft, uns von jedem Restauranteingang angegrinst haben. Hatte jemand die lokale Delikatesse bestellt, wurde einfach ein Stueck abgeschnitten und in Streifchen geschnitten mit Gemuese im Wok schnell gegart. Das Schwein lachte danach nur noch mit einer Wange.
Besonders niedlich war ein Erlebnis von Graeme, meinem Freund und Clinic Manager. Er spricht leidlich gut Chinesisch und hatte beim Einchecken im Hotel auch wieder seine Sprachfertigkeit geuebt. Abends bei der Rueckkehr ins Hotel fand er in seinem Zimmer unter einem Glas Wasser eine handgeschriebenen Zettel. Da er Chinesisch nicht lesen kann, vergass er das Ganze recht schnell wieder und hat uns erst am Sonntag bei der Abreise davon erzaehlt und Rose den Zettel gezeigt, die ihn uns uebersetzt hat:

"Hallo Fremder, ich habe Dich gesehen und war sehr beeindruckt, wie gut Du unsere Sprache sprichst. Ich weiss, Fenghuang ist sehr heiss um diese Jahreszeit und die Hitze ist sehr ermuedend. Deshalb habe ich Dir zur Erfrischung ein Glas Wasser abgekocht, es ist jetzt gesund, Du kannst es also sofort trinken und Dich ein wenig erfrischen. Ich wuensche Dir einen schoenen Aufenthalt in unserer Stadt. Ich bin das Zimmermaedchen Annie!"

Wir hofften danach doch sehr, dass es der Armen nicht das Herz gebrochen hat, dass Graeme die freundliche Geste in seiner Unwissenheit nicht gewuerdigt hat und es unberuehrt in seinem Zimmer stehen liess.

Vorgestern, am 22.07.09 war dann der grosse Tag der Sonnenfinsternis auch hier in der Provinz. Da Nanjing am Rande der Zone lag, in der man die totale Finsternis haette sehen koennen, sind wir am morgen um 6 mit Freunden nach Gao Chun aufgebrochen, ein verschlafenes Nest mit 500 000 Einwohnern eine Stunde suedlich von Nanjing an der Autobahn. Auch hier waren WIR wieder DIE Sehenswuerdigkeit schlechthin, gab es doch ausser uns nur noch 2 andere Auslaender. Wir wurden ueberall neugierig beaeugt, heimlich oder ganz offen tausendfach von Handycameras photografiert und gluecklicherweise fuehlten sich alle sehr geehrt durch unsere Fotowuensche und stellten sich kichernd und lachend froehlich bis verlegen in Positur.
Es war etwas schwierig, die Cameras mit den grossen Objektiven sicher zu positionieren, weil natuerlich jeder auch mal durchsehen wollte und es zu reichlichem Gedraenge um die Stative kam. Aber alle waren sehr behutsam und vorsichtig. Gluecklicherweise klarte der Himmel immer mal wieder fuer einige Minuten auf, um uns einen kurzen Blick auf die partielle Sonnenfinsternis zu gewaehren (Bilder auf meiner website unter "Dawn/ Morgengrauen"), nur 5 Minuten vor der totalen Finsternis verschloss sich der Himmel und es fing an zu regnen. Also standen wir bald im Regen (und im Dunkeln) und haben mit Regenschirmen versucht, unsere Ausruestung zu schuetzen.
Aber besonders faszinierend war der Erfindungsreichtum der Menschen hier, um die Augen beim Betrachten der Sonnenfinsternis zu schuetzen. Die Spezialbrillen sind teuer (7 - 20 RMB = 70 Cent - 2 Euro), deshalb hielt man sich wahlweise belichtete Filmstreifen, Schweisserbrillen, russgeschwaerzte Glasstuecke, Silberfolien oder auch alte Roentgenfilme vor die Augen. Zwei Frauen sah ich mit ihren Thorax-Roentgenbildern vor der Nase in den Himmel starren. In der Zeitung hatte man schon am Vortag berichtet, dass 2 Jungen in ein Krankenhaus gegangen waren, um dort Roentgenfilmabfallstreifen zu ergattern. Da sie aber nicht fuendig wurden, haben sie einem Mann seinen frisch gefertigten CT-Film geklaut, wurden aber dabei erwischt: "Der Film lag da so auf dem Stuhl und wir dachten, der gehoert ja keinem." ;-)
Gestern zeigten sie noch andere Varianten in der Lokalpresse, z. B. Maenner die durch den Flaschenhals und den -boden einer Bierflasche die Sonnenfinsternis beobachteten. Und meine Kollegin Jackie, die jetzt in Saigon arbeitet, hat das Ereignis indirekt auf dem Wasserspiegel einer dunklen Wasserschuessel betrachten koennen.
So, genug fuer heute aus Nanjing und Umgebung. Freitagabend ist gekommen, ein ruhiges Wochenende ohne Dienst liegt vor mir mit grosser Vorfreude auf unseren Urlaub in 10 Tagen zum Tauchen nach Sipadan, Malaysia. Ich hoffe, einige schoene Bilder von der maerchenhaften Unterwasserwelt mitbringen zu koennen.

Gruesse,

Juergen


Back in Nanjing now after returning from our trip to Europe we are having a really hot summer with temperatures up to 43 degrees C and high humidity due to heavy monsoon rains occasionally flooding the streets. Work wise, it is quiet now; the expat community has almost disappeared during summer, who had not been fired before due to the global financial crisis, left Nanjing now with their families by the end of the school year and the few lucky ones (still with jobs) are on holidays back home or in Bali on the beach.
We took the chance and went 3 weeks ago for a weekend trip to the "City of Phoenix" to Fenghuang in Hunan province - check the following website:
http://en.wikipedia.org/wiki/Fenghuang_Ancient_City
http://en.wikipedia.org/wiki/Fenghuang

The trip was really exciting. On a Thursday night we flew to Zhang Jia Jie (that's a city) in Hunan, where we took a taxi for 3 RMB (= 30 Cents Euro) to our hotel. The hotel rooms were huge but did not have windows. The next day we went by bus for five hours to Fenghuang across the country side with rice paddies and Chinese goose berry plantations (= kiwi fruit), buffaloes resting from the heat in the shallow waters of the rivers, children jumping off their backs. It was unbearably hot and we had the feeling of melting in the sun. In Fenghuang we checked in at the best hotel in town, an ugly block of concrete but with huge, beautiful rooms and a miraculous view over the river valley. Friday afternoon and whole Saturday we explored the "old" part of the city (original copy, as most old buildings had been destroyed and rebuild original style) and cooled our feet in the river water, while children were having their first swimming lessons, women washing their hair, vegetable and their mops in the same water, while old men sitting at the river bank, smoking and fishing. Fenghuang is one of the most famous Chinese tourist destinations; hence we are surrounded by thousands of Chinese people on holidays. Everywhere we found Han-Chinese girls in costumes and headdresses similar to the Miao minority dresses, waiting for a romantic photograph taken by friends or family members.

The local specialty is smoked meat and we found dozens of skinned and smoked dogs, foxes and piglets in a local butchery near the market. Very special are also the smoked pig faces, taken off the skull and flattened, giving us a grin from almost every restaurant entrance. If someone orders the local delicacy, they just chop off a piece, slice it and stir-fry it with vegetables in a wok. The pig afterwards only smiles with half a cheek.

My friend Graeme had a very sweet and unforgettable experience. He speaks quite good Chinese and tried his language skills when checking in at the hotel. In the evening, when returning to his room he found a small handwritten note under a glass of water. Not being able to read Chinese he forgot about it fairly quickly again, but gave the note to Rose when we were in the taxi leaving Fenghuang again two days later. And Rose translated: 'Hi stranger, I have seen you and was most impressed how well you can speak our language. I know it is very hot in Fenghuang this time of the year and very exhausting. Hence, I have boiled some water for you and cooled it down for you again. Now it is safe, you can drink it immediately and get refreshed. I wish you are having a nice time in our city. I am Annie, your room attendant.'

We really hoped that the poor girl wasn't heartbroken, when she realized that Graeme did not touch the water not realizing the sign of her kindness.

Last week, 22. July 2009 we had the most important day of the solar eclipse also in Jiangsu Province. As Nanjing was situated only at the rim of the zone where the total eclipse would be visible, we left for Gao Chun by 6 a.m. with friends. Gao Chun is a small countryside town with 500 000 inhabitants one hour South of Nanjing along the highway. It took us a while to realize that WE were the most exciting attraction, as we only met two other foreigners in town. Everybody was starring at us again, openly or secretive we were photographed by thousands of mobile cameras and luckily everybody felt much honored being photographed by those "lao wei's" and with shy giggles many locals posed for us.

Positioning of our cameras on tripods with long, heavy lenses was rather difficult as everybody wanted to peek through the viewfinder with crowds of people gathering around the tripods but everybody was really careful. Luckily on and off we managed to get a short glance at the partial eclipse when clouds parted but - of course - five minutes before the total eclipse the cloud cover was impermeable and a heavy downpour started. Quickly we drenched and in the dark trying to protect our gear under huge umbrellas.

Most fascinating for me was how inventive people were here to protect their eyes while watching the eclipse. The eclipse shades were quite expensive (7 - 20 RMB = 0.7 - 2 Euro), hence we found them covering their eyes with film negative strips, welding glasses, soot-blackened pieces of glass, silver foil or old X-ray films. Two women I found starring at the sky holding up chest X-rays in front of their faces. The newspaper had already one day before reported a case of two boys going to a local hospital in Nanjing trying to get hold of some discarded X-ray films. But when they were not successful they pinched a brand-new CT-film of a man in the waiting room. When they were caught, they said: the film was just lying on that chair, we thought it is not needed anymore ;-)

The day afterwards the newspapers showed some more impressive methods to protect the eyes: two men were shown starring through the bottleneck and bottom of an empty beer bottle. And my friend Jackie in Saigon checked the eclipse indirectly on the reflecting surface of a dark bowl filled with water.

Ok, enough for today from Nanjing and Asia. It's Friday evening, a weekend on call in front of me but looking forward to next week when leaving for Sipadan for 10 days of diving and hopefully some great shots of beautiful marine life, like sea turtles, sharks, lionfish etc.

 

Best wishes,

 

Juergen